Ausbildungsstart 2025: Weniger Verträge – mehr Handlungsbedarf

Zum 1. September 2025 starteten in Mainfranken 2.610 junge Menschen in eine duale Ausbildung, die über die IHK Würzburg-Schweinfurt registriert werden. Das sind 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, während Betriebe dringend Nachwuchs suchen.
Die Ursachen des Rückgangs sind vielfältig. Der G9-Effekt, durch die Umstellung auf das neunjährige Gymnasium fehlen in diesem Jahr nahezu alle Abiturienten. Zudem kommt die Wirtschaftliche Unsicherheit , besonders in gewerblich-technischen Berufen wirkt sich die angespannte Lage der Industrie hemmend aus. Hinzu kommt weiterhin der Trend zum Studium statt zur Ausbildung.
Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium – auch wegen höherem gesellschaftlichem Ansehen und vermeintlich besseren Verdienstmöglichkeiten. Die hohe Anzahl der Studienabbrüche zeigt aber auf, dass oftmals für den Berufseinstieg die falsche Entscheidung getroffen wird.

Die duale Ausbildung bleibt eine sichere und praxisnahe Karrierestartoption mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten und hoher Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem Projekt „AusbildungsScouts“ setzt die IHK ein starkes Zeichen für Berufsorientierung. Auszubildende besuchen Schulklassen und berichten aus erster Hand.
Seit Projektbeginn wurden in Mainfranken bereits über 16.000 Schüler:innen erreicht. Die Top 3 Ausbildungsberufe in Mainfranken 2025 sind Kaufmann/-frau für Büromanagement, Fachinformatiker/-in und Verkäufer/-in.
Der Rückgang der Ausbildungsverträge ist ein Weckruf für Mainfranken. Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Schulen, Eltern, Betrieben und Politik kann die duale Ausbildung gestärkt und die Fachkräftesicherung langfristig gesichert werden.

Weitere Informationen zum Thema unter: https://www.wuerzburg.ihk.de/azubiprojekte/