„Demokratie ist ein lebendiges Gefüge – sie entsteht dort, wo Menschen miteinander in Austausch treten, wo Fragen gestellt, Meinungen geteilt und neue Perspektiven gewagt werden. Sie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein gemeinsames Werk, das immer wieder neu geschaffen werden muss.“ So der Prolog in der Broschüre zur Ausstellung „Community Art – Demokratie leben“, an der sich die Wochen der Demokratie an der FFS orientieren.
Demokratie nicht nur denken, sondern erleben
Gefördert durch das Bundesprojekt „Demokratie leben“ initiierte Jorge Humberto Tapia Pérez diese eine Ausstellung, mit 16 Werken von professioneller Künstlern und Amateuren, mit der die FFS in die „Wochen der Demokratie“ startete. Und sie provozierten Gespräche und Diskussionen. Ausgewählte Objekte konnten dank des museumspädagogischen Materials von Frau OStRin Hebig intensiver durch die Schülerinnen und Schüler untersucht werden.
Jung, radikal, organisiert
In der Folgewoche stellte der Dokumentarfilmer Peter Ohlendorf den 12. Klassen rechte Bewegungen in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart vor. Galt vor zehn und zwanzig Jahren die Rechtsrockmusik oft als Einstieg in die rechte Szene, gehen rechtsextreme Jugendorganisationen heute über soziale Medien an Fußballfans heran und schaffen es häufig, junge Menschen über den Fußball auch politisch für sich zu gewinnen. In zwei Filmen informierten sich die Schülerinnen und Schüler über beide Erscheinungsformen und diskutierten im Anschluss mit dem Filmemacher über Gründe, warum junge Menschen an den rechten Rand geraten.
Fokus Jugend: Das „Kampffeld Schule“
Darauf aufbauend erklärte der Journalist und NSU-Sachverständige Robert Andreasch unserer Schulgemeinschaft die Strategien der neuen Rechtsextremen, die von kalkulierter Provokation zu indoktrinierender Propaganda reicht. Ein Schwerpunkt des Vortrags war die gezielte Ansprache junger Menschen. Andreasch warnte vor Gruppierungen wie dem „III. Weg“, der „NRJ“ oder der „Identitären Bewegung“ (IB). Diese versuchen, über soziale Medien und scheinbar harmlose Freizeitangebote wie Wanderungen oder Lesekreise in Kontakt mit Jugendlichen zu kommen.
Kunst kann wachrütteln
Den Höhepunkt und Abschluss unserer Wochen der Demokratie bildete das in Eigenregie entstandene Theaterstück „Acht.Acht“, welches deutlich machte wie leicht und oftmals „niederschwellig“ Menschen in rechtsextreme Kreise abrutschen können. In verschiedenen Szenen wurde gezeigt, wie alltägliche Situationen, Gruppendruck oder scheinbar harmlose Aussagen den Einstieg in radikale Denkweisen begünstigen können.
Bild und Text: Max Nötzold (StR, Friedrich-Fischer-Schule FOSBOS Schweinfurt)